Wie geht es weiter mit Open Data?

2011 sind in Wien und Linz Open-Data-Portale in Betrieb gegangen, die in steigendem Umfang den Zugriff auf die Verwaltungsdaten der Gemeinde bzw. des Landes erlauben. Auf Ebene der EU wird derzeit über eine Novelle der Public Service Information Richtlinie diskutiert, die Open Data fördern soll.

Das Open Knowledge Forum Österreich und futurezone möchten nun Stimmen und Meinungen aus der Open-Government-Data Community sammeln, die als Grundlage für eine nutzerorientierte Weiterentwicklung von Open-Data-Angeboten und Richtlinien dienen sollen.

Die Online-Umfrage läuft bis zum 30. März 2012. Die Ergebnisse werden am 2. April unter anderem im Open Data Blog der futurezone veröffentlicht.

Der gläserne Patient – Datensammlung mit medizinischen Geräten

Plakat 'Der gläserne Patient'8. März 2012, 19 Uhr,
Claudiasaal (Claudiana),
Herzog-Friedrich-Str. 3, 6020 Innsbruck

Die Hersteller von medizinischen Geräten transferieren immer häufiger die von ihren Geräten produzierten Daten auf zentrale Server. PatientInnen und ÄrztInnen haben dabei keine Kontrolle, was genau übermittelt wird und keinen Zugriff auf die Rohdaten. Die Diskussion geht der Frage nach, ob sich Datenschutz, Open Data Philosophie und klinische Forschung verbinden lassen und welche Perspektiven Politik, Universitäten und Industrie in diesem Zusammenhang sehen.

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ACT against ACTA

Seit Ende Jänner ist das ‚Anti-Counterfeiting Trade Agreement‘ (ACTA) wieder Ziel massiver Kritik durch NetzaktivistInnen, NGOs aber auch PolitikerInnen verschiedenster Nationen.

Viele der Punkte, die bereits in früher an die Öffentlichkeit gelangten Entwürfen kritisiert wurden, wurden zwar nach Ansicht der EU-Kommission entschärft. Dennoch ist die nun vorliegende und am 26. Jänner auch von Österreich unterzeichnete Version in mehrfacher Hinsicht äußerst problematisch. Schon das Zustandekommen der Übereinkunft – weder die nationalen Parlamente noch das Europäische Parlament oder die WTO waren in die Verhandlungen einbezogen – ist undemokratisch und als Grund für eine nicht Ratifizierung ausreichend. Schwerwiegender ist jedoch, dass mit dem vorliegenden Vertrag die Interessen der Industrie einseitig gefördert und die Rechte der NutzerInnen, insbesondere von Kunst und Wissenschaft, eingeschränkt werden.

Die angeblich wirtschaftliche Notwendigkeit solcher Maßnahmen, die von LobbyistInnen oft ins Feld geführt wird, basiert auf nicht haltbaren Zahlen und erweist sich bei näherer Betrachtung der Gesamtwirtschaft, und nicht nur der Unterhaltungsbranche, als unrichtig. Zudem zeigt eine Analyse der Handelsbilanzen für Lizenzgebühren und Nutzungsrechte in einer Studie der Universität Maastricht, dass ACTA vorwiegend den Interessen der USA und Japans zu Gute kommen würde.

ACTA ist daher ein nicht unwesentlicher Mosaikstein eines größeren Systems, in dem das in der Kommunikation freie Internet, und somit die BürgerInnen, als Problem identifiziert und angegriffen werden. Man muss also hoffen, dass sich die Mehrheit der Abgeordneten im Europäischen Parlament der Meinung der Grünen Fraktion anschließt und ACTA endgültig ad acta legt.